Die Kinderkette

1973 öffnet die „Kinderkette“ ihre Pforten

1973 ist Familienfreundlichkeit auf dem Arbeitsmarkt noch eher Fiktion – und offenbar keine echte Notwendigkeit. Noch bleiben viele Frauen in der Bundesrepublik zu Hause, führen den Haushalt, erziehen die Kinder. Auch vor diesem Hintergrund ist Gerhard Winklhofers Entschluss, einen Betriebskindergarten zu eröffnen wegweisend. Und dieser Entschluss steht nicht allein: Er passt zu den Bemühungen des aufstrebenden Junior-Chefs, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zunehmend eine Arbeitsatmosphäre zu bieten, die eine fachliche, vor allem aber auch persönliche Weiterentwicklung ermöglicht. 1973 sollen zunächst maximal 25 iwis-Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren in der „Kinderkette“ einen Platz finden. Tendenz steigend.

1993 erfolgt die Gleichstellung mit öffentlichen Kindergärten. Träger der „Kinderkette“ ist nun ein eigens gegründeter gemeinnütziger Verein, der „Kindergarten Kinderkette e.V.“. Nun dürfen auch Kinder aus dem gesamten Stadtteil München-Sendling die „Kinderkette“ besuchen. Mittlerweile nimmt die „Kinderkette“ auch Kinder ab einem Jahr in der hauseigenen Krippe auf. Hier finden die Kids nun – ganz elternfreundlich – ganztags ein zweites, buntes Zuhause.

Blumen für den „Kinderketten“-Gründer. Gerhard Winklhofer wird 2003 am 30. Jubiläum des Betriebskindergartens bestürmt.

Über 500 Beschäftigte

Doch werfen wir noch einmal einen Blick zurück. Bei iwis ändert sich Anfang der 1970er-Jahre nicht nur etwas in Sachen Betriebsklima. Der Kettenspezialist ist mittlerweile ein etablierter Partner der Automobilindustrie in Deutschland.

Die Geschäfte laufen gut. Und auch architektonisch vollzieht sich die Wandlung vom Handwerks- zum Industriebetrieb. Die Zeichen stehen auf Wachstum und Modernisierung.

Auf dem Firmengelände in Sendling entsteht ein zweigeschossiger Neubau, der industriellen Ansprüchen gerecht wird. Die neu geschaffenen Produktionsflächen steigern die Kapazitäten bei iwis um 40 Prozent. 1973 verzeichnet iwis einen Rekordumsatz von 31 Millionen DM. Die Belegschaft zählt zum ersten Mal über 500 Köpfe – viele haben Kinder oder planen eine Familie. Bis heute hat die „Kinderkette“ weit mehr als 200 Kinder von iwis-Mitarbeitern auf die Schule vorbereitet. Acht der heutigen iwis-Mitarbeiter in München haben ihre Karriere übrigens in der „Kinderkette“ begonnen.

iwis 100 Jahre