Der schnelle Fisch im großen Becken

Es ist ein denkwürdiger Abend im Jahr 1963. Auf dem Spiel steht die Zukunft von iwis. Das Unternehmen verkaufen oder standhaft bleiben und weitermachen? In diesem Dilemma steckt der junge Gerhard Winklhofer zum Zeitpunkt, als ihm ein Wettbewerber ein lukratives Übernahmeangebot unterbreitet hat. Doch der zukünftige iwis-Geschäftsführer fasst an diesem Abend einen wichtigen Entschluss ...

1973 präsentiert sich iwis auf der IAA

Gerhard Winklhofer ist zurück. Seine Pläne, in den USA Fuß zu fassen, verwirft er. Ab November unterstützt er seinen Onkel Rudolf als Assistent und vertritt ihn oft in der Funktion des Technischen Leiters. Vater Otto Winklhofer hat nach wie vor die Kaufmännische Leitung inne.

Dem Unternehmen geht es grundsätzlich gut. Denn auch iwis profitiert in den Wirtschaftswunderjahren von der zunehmenden Automotorisierung. 

Volle Kraft voraus

Die Steuerkette bestimmt die Abläufe bei iwis immer stärker. Viele namhafte Automobilhersteller sind mittlerweile Kunden. 1966 gelingt es, den Gesamtumsatz gegenüber dem Jahr 1949 mehr als zu vervierfachen. Anders gestalten sich die Gewinne. Der Preisdruck der internationalen Konkurrenz zwingt iwis, auch weniger lukrative Aufträge anzunehmen.

Eine neue Ära

Ein Mitbewerber geht noch weiter und will iwis übernehmen. Er hat jedoch nicht mit der Unerschütterlichkeit des Prokuristen gerechnet. Gerhard Winklhofer schlägt das großzügige Angebot aus. Er will iwis noch wettbewerbsfähiger und viel moderner machen. Und er will das Unternehmen als Systemlieferant aufstellen. Dabei hat er freie Hand.

In den Folgejahren ist er es, der zunehmend die Geschicke von iwis lenkt. 1968 zieht sich sein Onkel Rudolf Winklhofer aus dem operativen Geschäft zurück. Sein Vater Otto folgt diesem Beispiel 1975. Eine neue Ära bricht für iwis an.

Eine neue Krise

1963 ist das noch nicht abzusehen. Dass ihm an diesem Abend ein Mann gegenüber sitzt, der Großes vorhat, ist dem Chef des Wettbewerbers schon damals bewusst. Er quittiert Gerhards Winklhofers Entscheidung mit Anerkennung: „Now I understand, you want to be the quick fish in the big basin.“ („Jetzt verstehe ich es, Sie wollen der schnelle Fisch im großen Becken sein.“) Ein Anspruch, den Gerhard Winklhofer in den Folgejahren verinnerlicht.

Seine Zeit als Alleingeschäftsführer beginnt kurz nach einer Rezession. Die Ölpreiskrise hebt ab 1973 die Automobilbranche aus ihren Angeln und zwingt auch iwis, sich neu zu orientieren.

Gähnende Leere: Die Ölpreiskrise stellt ab 1973 auch iwis erneut vor eine existenzielle Herausforderung.
iwis 100 Jahre