Dauerfestigkeit

In fast allen Kettenanwendungen durchläuft jedes Glied Last- und Leertrum und unterliegt somit wechselnden Beanspruchungs- bzw. Spannungszuständen (dynamische bzw. periodisch wechselnde Belastung). Da sich die Grenzen von Werkstoffen für dynamische bzw. statische Belastungen infolge des Ermüdungsverhaltens stark unterscheiden, ist auch in der Kettentechnik die Dauerfestigkeit und nicht die reine Bruchkraft die limitierende Auslegungsgröße.

Im Lastbereich unterhalb der Dauerfestigkeit kann eine Rollenkette betrieben werden, ohne dass sie im Laufe des Einsatzes infolge eines Bauteilversagens durch Bruch ausfallen wird. Oberhalb der Dauerfestigkeit betreibt man die Kette im sogenannten Zeitfestigkeitsbereich, d.h., sie kann einer gewissen Anzahl von Lastzyklen standhalten, es wird jedoch mit Gewissheit zum Ausfall kommen. Je höher die Last, desto geringer die Zahl der Lastwechsel (Durchläufe des Antriebs).

Die Dauerfestigkeit der Kette liegt je nach Spezifikation und Qualität einer Kette im Bereich 15–20 % der Bruchkraft. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, bei der Dimensionierung von Kettentrieben mit einem Sicherheitsfaktor von 7 zu rechnen.

Mindest-Dauerfestigkeitswerte für die Standard-Rollenkettentypen sind in der ISO 606 definiert, iwis hat jedoch eigene Mindestwerte festgelegt, die um einiges höher sind.
Die Ermittlung der Dauerfestigkeit erfolgt in einem zeitaufwendigen Treppenstufenverfahren nach ISO 15654, das pro Versuch bis zu 2 Monate in Anspruch nehmen kann.

iwis 100 Jahre